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Marburg, Germany - Course Descriptions - Perspektiven kultureller Integration und Differenzierung

Course Information

Subject: Culture (CUL)
Number: 300 level
Language of Instruction: German

Contact Hours and Credits

2 Weeks Session: 20 contact hours, 2 semester credits, 1 quarter credits

Availability

The specific availability for this course is not currently known. If you would like to know if this course will be offered during your session, please contact us.

Original Language Description

Seminarinhalt:
Ein sich immer mehr einigender Kontinent war Europa nach 1945 vor allem in ökonomischer Hinsicht: Montanunion, EWG und EU in Westeuropa und RGW in Osteuropa sorgten dafür, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Ländern Europas (damals noch im Rahmen der beiden Blöcke) immer enger wurden. Damit aus wirtschaftlicher Zusammenarbeit tatsächliche Integration werden konnte, waren jedoch weitere Komponenten erforderlich, vor allem politische und kulturelle. Und das auf unterschiedlichen Ebenen: Um das Projekt Europa voranzubringen, ist es nicht nur wichtig, dass auf supranationaler Ebene Integrationsschritte vollzogen werden, auch im Alltagsleben der europäischen Bürgerinnen und Bürger muss Integration erlebbar sein, wenn Europa gelingen soll.

Ergebnis der Bemühungen im Falle Westeuropas waren auf politischem Gebiet beispielsweise die Schaffung eines europäischen Parlaments – und die Einrichtung von internationalen Städtepartnerschaften. Auf dem Gebiet der Kultur ist es auf den ersten Blick weitaus schwieriger, die europäische Integration zu fördern. Im 1993 veröffentlichten Weißbuch „Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung - Herausforderungen der Gegenwart und Wege ins 21. Jahrhundert“ der Europäischen Union wird als wesentliches gemeinsames Kennzeichen europäischer Kultur vor allem ihre Vielfalt erwähnt – was eine sehr unkonkrete und inhaltlich offene Aussage darstellt. Ein zweiter Blick lässt jedoch erkennen, dass es seit vielen Jahrhunderten eine Vielzahl konkreter kultureller Verbindungen gegeben hat (und auch heute gibt), die jedoch so vielgestaltig sind, dass sie sich nicht in einfachen Formeln fassen lassen. So waren beispielsweise Shakespeare, Molière, Goethe und Dostojewski nicht nur in ihren Ursprungsländern wichtige Autoren, ihre Bedeutung und ihr Einfluss gingen weit darüber hinaus.
Heute bedeutet „europäische Kultur“ vor allem zweierlei – Populärkultur und Medienkultur. Wenn es um kulturelle Angebote geht, die massenhaft genutzt werden, handelt es sich hauptsächlich um Produkte der Populärkultur, die ihre Adressaten als Angebote von Massenmedien erreichen: Der „Kulturkontinent Europa“ ist in hohem Maße ein Medienkontinent.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das Seminar mit den zahlreichen – und oft übersehenen – Gemeinsamkeiten und Unterschieden europäischer (Medien-)Kultur. Eine herausragende Rolle spielt dabei das Leitmedium Fernsehen, aber auch andere Medien wie etwa die populäre Literatur oder Musik kommen ausführlich zur Sprache. Die Leitfrage ist dabei: Wie national oder europäisch (oder gar global) sind die jeweiligen Phänomene?

Seminarablauf:
Vortrag, Diskussion, Präsentationen der Studierenden

Leistungsnachweis:
Präsentationen der Studierenden